Lösungen, Cloud

Gelten die Konzepte für B2B und B2C auch in der Cloud?

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HP Blogger
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Kürzlich hatte ich Gelegenheit, Probleme rund um die mangelnde Transparenz von Public-Cloud-Angeboten zu diskutieren. Anwender sind gezwungen, den Cloud-Providern zu vertrauen, ohne zu wissen, wer wirklich hinter dem Angebot steckt.

In einer Diskussion über dieses erzwungene Vertrauen meinten einige Beteiligte, dass man bei Gesprächen über die Cloud zwischen  B2B und B2C unterscheiden müsse. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht genau, was sie damit meinten. Also fragte ich sie nach einer Definition von "B2B Cloud" versus "B2C Cloud". Hier kommt ihre Erklärung - aber lassen Sie mich anmerken, dass ich nicht ganz davon überzeugt bin. 

Eine B2B-Cloud ist demnach eine Public Cloud, bei der ein ganz bestimmter Vertrag zwischen Kunde und Cloud-Provider unterzeichnet wurde. Ich weiß beispielsweise, dass Amazon ein Team speziell für das, was sie Enterprise-Kunden nennen, aufgebaut hat.  Diese Kunden akzeptieren rechtlich bindende Bedingungen (Terms & Conditions; T&C’s), die sich von den standardmäßig auf der Website veröffentlichten unterscheiden. Dieser Definition zufolge handelt es sich dann bei einem B2C-Cloud-Vertrag um einen, bei dem die Standardbestimmungen Gültigkeit haben, also die, die wir alle unterzeichnen, wenn wir unser Häkchen bei "Accepting Terms & Conditions" – die 15 Seiten oder mehr, durch die Sie in einem kleinen Fenster in der Mitte Ihres Bildschirms scrollen können - setzen. 

Die Debatte drehte sich schnell um die Notwendigkeit von Regularien, die sicherstellen, dass der Anwender klar versteht, was er bekommt, wenn er für den Cloud-Service unterschreibt, und welche Art Kunden von solchen Regularien profitieren sollten. Um das Vertrauen in Public-Cloud-Angebote zu stärken, ist es ausschlaggebend, dem Anwender mitzuteilen, wer den Service bereitstellt und was darin enthalten ist. Cloud-Service-Providern liegt daran, ihre Abhängigkeiten möglichst gering zu halten. Das kann ich verstehen. Viele davon scheinen sich aber hinter komplexem juristischem Kauderwelsch zu verstecken. In der Folge erkennen ihre Kunden die Grenzen des Vertrags nicht wirklich und entdecken sie erst, wenn ein Problem aufgetreten ist. 

Verhandeln Sie Ihre eigenen Bedingungen 

Wenn Sie Ihre eigenen Bedingungen aushandeln, können Sie besser verstehen, was sie enthalten, und wie Sie sich von grenzwertigen T&C's fernhalten können. Die grundlegende Frage bleibt aber weiterhin, ob es einen Unterschied zwischen Services für Business-Kunden und für Konsumenten gibt. Falls nicht, ist die Diskussion gegenstandslos, weil derselbe Service dann beide Typen von Kunden bedient. Also: Nutzen Business-Kunden und Konsumenten denselben Service? 

Meiner Meinung nach verschwimmen die Grenzen sehr schnell. OK, Business-Kunden spielen vermutlich weniger "Angry Birds", aber viele Mittelständler setzen Skype, Office 365, Windows Live oder Dropbox ein. Handelt es sich bei LinkedIn um einen Service für das Business oder für Konsumenten? Ich könnte so weiter machen, aber Sie verstehen vermutlich, worauf ich hinaus will. Im Web-1.0-Zeitalter gab es die Unterscheidung zwischen B2B und B2C, und das war gut so. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir diese Konzepte 1:1 auf das Web 2.0 übertragen können. Die entscheidende Frage dabei ist tatsächlich, ob wir der Public Cloud vertrauen können. Das zu entscheiden überlasse ich Ihnen, dafür müssen Sie aber auch Ihre Hausaufgaben machen! 

Eine Schatten-IT kann gefährlich sein. 

Gerade in großen Unternehmen, in der die IT offenbar nicht die vom Business gewünschte Agilität aufweist, wird eine "Schatten-IT" genutzt. Dabei besteht das Risiko, die geschäftskritischen Bereiche des Unternehmens preiszugeben. Daher müssen entsprechende Schutzmaßnahmen eingerichtet werden. Cloud-Service-Provider müssen das verstehen lernen und dürfen keine T&C's mehr anbieten, die sie selbst absichern, den Kunden aber bloßstellen. 

Erzieherische Maßnahmen für Cloud-Nutzer sind längst überfällig. Sie müssen verstehen, was sie preisgeben, wenn sie ihr Häkchen unter sprichwörtlichen T&C's setzen, die sie natürlich allesamt vorher gelesen haben, stimmt's? 

Gibt es also einen Unterschied zwischen Cloud-Services für B2B und B2C? Meinem Verständnis nach nicht. Kunden mögen verschiedene T&C's für denselben Service unterschrieben haben. Aber sollten wir nicht dafür sorgen, dass alle unsere Kunden abgesichert sind und wissen, welche Folgen ihre Entscheidung haben wird - auch die, die nicht die Macht besitzen, eigene Bedingungen auszuhandeln? Was meinen Sie? Zögern Sie nicht mit einem Kommentar.

 

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