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Agilität im Business

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Telekommunikationsunternehmen stehen zunehmend zwischen den beiden Polen der Wirtschaftlichkeit und der Wirksamkeit des eigenen Geschäftes. Die Notwendigkeit der Wirtschaftlichkeit wird getrieben aus der extremen Wettbewerbssituation und dem ungehinderten, regulierten Zugang der Kunden zu vergleichbaren Produkten/ Services. Die Wirksamkeit begründet sich aus einer nachhaltigen Wertschöpfung des sich immerwährend erneuernden Produktportfolios. Sich selbst kanibalisierende Produkte (z. B. Festnetz- zu Mobiltelefonie) gehen einher mit einen hochdynamischen Tarif- und Produktumfeld. Dabei ergibt sich zusätzlich noch der Spannungsbogen zwischen Kundenanforderungen und Servicequalität. 

Die Anforderung nach Agilität wird damit zu einem existentiellen Merkmal der Branche, die weit über die reine Differenzierungsnotwendigkeit hinausgeht. Die Fähigkeit, auf die äußeren und inneren Rahmenbedingungen und Innovationen flexibel reagieren zu können, ist die Kernkompetenz der Gegenwart und der Zukunft. 

Um Agilität als Unternehmensprinzip zu implantieren ist es notwendig, Geschäftsprozesse soweit wie möglich zu automatisieren, dabei aber die extern und intern bestimmten Faktoren dynamisch in den Prozessen einzubauen. Das gesamte Businessmodell besteht dann aus vernetzten Regelkreisen, die dynamisch (realtime) auf externe und interne „Reize“ und Daten reagieren. In einem idealen Umfeld werden Prozesse und die Business Regeln topdown und stringent entworfen, um überschneidungsfreie und wieder verwendbare Prozessketten zu erhalten. Bei Bottom-Up-Entwürfen in komplexen Umgebungen mit der gleichen Zielsetzung ist der Steuerungs- und Controllingaufwand (im Sinne einer Governance) ungleich höher, dafür sind kurzfristige Ergebnisse („Early Benefits“) einfacher zu erzielen.  

Die Prozessketten orientieren sich dabei an den übergeordneten Geschäftsprozessen und der Gestaltungstiefe der Produkte. Im einfachsten Fall sind die Produkte entlang der Prozessketten gestaltet, in der höheren „Mechanik“ durch Orchestrierung von Prozessen und „Halbfertigprodukten“ (ohne immer alles neu erfinden zu müssen). 

Als Gestaltungsprinzip und zugleich Hilfmittel kann das Business Process Management (BPM) einen wesentlichen Beitrag zur Agilität eines Unternehmens beitragen, da BPM alle Disziplinen für effiziente und effektive Prozesse auf Basis von anerkannten Standards zur Verfügung stellt:

  • Modellierung der Geschäftsprozesse in einer für die Fach- und IT-Abteilung gleichermaßen lesbaren Form (Business Process Modeling Notation) einschließlich der Möglichkeit von Generierung technischer Modelle
  • Dynamisierung der Anwendungssysteme durch Trennung von Prozessen (Business Process Engine) und Geschäftsregeln (Business Rule Engine)
  • Überwachung (Monitoring) der laufenden Prozesse (Business Activity Monitoring)
  • Auswertung der Prozessdaten und -informationen (Business Intelligence)

Monitoring der Prozesse und die flexible Auswertung von Prozessdaten/ -informationen bieten effiziente Möglichkeiten zur kontinuierlichen  Verbesserung, d. h. der Regelkreis wird intelligent auf Basis fundierter Erkenntisse gesteuert.

Die Umsetzung des jeweiligen Businessmodells eines Unternehmens wird mithilfe neuer Technologien mehr zu einer deklarativen Tätigkeit, die von den businessverantwortlichen Einheiten eines Unternehmens wesentlich mitgetragen wird. Daraus ergibt sich die Chance, die Lücke zwischen IT und „Fachabteilung“ zu schließen und daraus einen Wettbewerbsvorteil zu machen.

 Und die Telekommunikationsbranche ist ein besonders gutes Betätigungsfeld für die Möglichkeiten des Business Process Management.

 
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